GRÜNE LIGA

Ein Projekt der GRÜNE LIGA Berlin e.V.

Architektur

Versöhnungskapelle an der Bernauer Straße

Die Versöhnungskapelle ist das erste große öffentliche Neubauprojekt in Stampflehmbauweise seit über 150 Jahren in Deutschland. Der Stampflehmbau ist Lehmbau in seiner ursprünglichsten Form. Ein wichtiger Grund für die Wiederbelebung der alten Bautechnik liegt in der ästhetischen und architektonischen Ausdruckskraft der schweren und großen Stampfbauteile, welche in der Regel unverputzt bleiben. Eine Regenwassersammelanlage und der Verzicht auf eine Heizung in der Kapelle runden das ökologische Konzept ab. Die Kapelle ist Teil eines Dokumentationszentrums, in dem regelmäßig Ausstellungen stattfinden und nach Absprache Führungen angeboten werden.
Bernauer Strasse 4, 10115 Berlin Mitte, S1, S2 Nordbahnhof, U8 Bernauer Strasse, Tel. 030/46 36 034, Di-So 10-17,
www.kapelle-versoehnung.de

Kapelle Bernauer Straße © Volwi

Energieforum

Das Energieforum ist ein Niedrigenergiebürohaus, in dem vor allem Unternehmen aus dem Bereich erneuerbare Energien ihren Sitz haben. Zentrum des Hauses ist ein rekonstruierter Backsteinbau an den sich zur Spreeseite hin ein gläserner Neubau anschließt. Neben einer Photovoltaikanlage auf der Außenhaut und einem vollautomatischen Belüftungssystem werden 190 „Energiepfähle“, die 8,50 m ins Erdreich ragen, als saisonale Wärme- bzw. Kältespeicher genutzt. Im Atrium kann sich der Besucher über den Energieverbrauch des Gebäudes und das Energiekonzept im Einzelnen informieren. Bei Interesse gibt es die Möglichkeit einer geführten Besichtigung.
Stralauer Platz 34, 10243 Berlin-Friedrichshain, S5, S7, S75 Ostbahnhof, Tel. 030/233 293-0,
www.energieforum-berlin.de

Energieforum © Volwi

Umweltforum Auferstehungskirche

Mitte der neunziger Jahre wurde eine Sanierung der Auferstehungskirche notwendig. Dabei wurde die Kirche nach einem ökologischen Konzept saniert und um ein neues gläsernes Veranstaltungszentrum mit ökologischer Ausrichtung erweitert. Eine sakrale Nutzung erfolgt nur noch zu den hohen kirchlichen Festtagen. Die Regel ist eine Nutzung für Tagungen, während der Gemeinde der frühere Vorraum ausreicht. Die Wärmeverluste im Altbau wurden durch entsprechende Isolierung minimiert. Der Neubau verfügt über eine Außenhaut aus Solarwaben. Unterstützt wird die hohe Energieeffizienz durch ein Blockheizkraftwerk, Energiesparlampen und eine Photovoltaikanlage. Das Raumklima wurde durch Lehmputzwände und durch eine Wand- und Fußbodenheizung verbessert.
Pufendorfstr. 11, 10249 Berlin-Friedrichshain, U5 Strausberger Platz, Tram M5, M6, M8 Platz der Vereinten Nationen, Tel. 030/41 72 42 0,
www.umweltforum-berlin.de

sanierte Auferstehungskirche

Hauptbahnhof

Erneuerbare Energie auch hier: Alle Glasscheiben der Bahnhofshallen wurden für die spektakuläre Konstruktion aufgrund der Wölbung individuell angefertigt. 780 Doppelglas-Solarmodule wurden vollständig in das Glasdach integriert. Mit einer Fläche von 1870 m² ist die Photovoltaik-Anlage eine der größeren der Stadt, die zudem gut sichtbar ist.
Europaplatz 1, 10557 Berlin-Tiergarten, S5, S7, S75 Hauptbahnhof

Hauptbahnhof

Effizienzhaus Plus

Das „Effizienzhaus Plus“ in der Fasanenstraße ist ein Projekt des Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Nach nur einem Jahr Planungs- und Bauzeit wurde das Einfamilienhaus Anfang Dezember 2011 als Anschauungsobjekt für die Öffentlichkeit eröffnet. Es soll Anregungen geben und informieren.
Das Besondere an dem Haus ist, dass es mit Fotovoltaikanlagen und Wärmepumpe mehr Energie produziert, als seine Bewohner verbrauchen. Über ein Jahr lang, lebte eine vierköpfige Testfamilie in dem Haus. Die produzierte Energie wird gespeichert und dient zum Aufladen eines Elektroautos. Das Haus ist optimal wärmeisoliert und es ist, ebenso wie die meisten Möbel, vollständig rückbaubar und recycelbar.
Ab Juni 2013 ist das Schaufenster des Hauses, der öffentlich zugängliche Teil, wieder für alle geöffnet. Das Projekt wird betreut durch die ZEBAU – Zentrum für Energie, Bauen, Architektur und Umwelt GmbH. Eine Führung zum Haus gibt es während der Öffnungszeiten täglich um 16 Uhr.
Fasanenstr. 87 a, 10623 Berlin-Charlottenburg, S+U Zoologischer Garten, Mi-So 13-18 Uhr
www.bmvbs.de – EffizienzhausPlus

Effizienzhaus Plus

Effizienzhaus Plus

Landesvertretung Nordrheinwestfalen

Das Gebäude der Landesvertretung Nordrhein-Westfalen wurde im Jahr 2000 neu gebaut, wobei erstmalig in einem Gebäude dieser Größe die neuartige Brennstoffzellen-Technik (dezentrale Energiegewinnung aus Wasserstoff mit hohem Wirkungsgrad und ohne Emissionsausstoß) sowie Mikrogasturbinen (Blockheizkraftwerk, basierend auf einer Gasturbine) zur Energiegewinnung eingesetzt wurden. Die ökologische Energiegewinnung ist allerdings nur ein Aspekt der konsequent ökologischen Bauweise. Als Baumaterialien wurden im Wesentlichen Holz, Stahl und Glas verwendet, ausschließlich im Kellerbereich sowie in den Treppenhäusern wurde Beton verbaut. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Gebäudes komplettiert die ökologische Bauweise. Der Foyerbereich ist zugänglich, von außen ist das Gebäude gut zu besichtigen.
Hiroshimastraße 12-16, 10785 Berlin-Tiergarten, Bus 200 Hildebrandstraße, M29 Hiroshimasteg
www.bund.nrw.de

Landesvertretung NRW © Reiner Zensen

Patchworkhaus in der Corneliusstraße

Die architektonische Idee hinter dem so genannten Ökohaus war es, ein städtisches Haus zu errichten, dessen Konstruktion die Möglichkeit zulässt, mehrere individuell gestaltete Einfamilienhäuser in einem Grundgerüst zu beherbergen. Dabei sind zwischen 1989 und 1991 zwei freistehende fünfgeschossige Mehrfamilienhäuser mit jeweils neun zweigeschossigen Einfamilienhauseinheiten entstanden.
Dieses Projekt zeichnet sich vor allem durch flächensparendes Bauen in Verbindung mit individuell gestaltetem Wohnraum aus, weitere ökologische Maßnahmen wurden durchgeführt: Begrünung von Dächern, Fassaden, Terrassen und Schonung der vorhandenen Vegetation. In Einzelfällen sind auch Sonnenkollektoren, Photovoltaikanlagen, wassersparende Sanitärtechniken und wohnungsbezogene Grauwasserkreisläufe eingebaut worden. Es ist nur eine Besichtigung von außen möglich.
Corneliusstraße 11-12/Rauchstraße 21, 10787 Berlin-Schöneberg, U2 Zoologischer Garten

Patchworkhaus Corneliusstr.

GSW-Hauptverwaltung

Der Neubau der Hauptverwaltung der GSW (Gemeinnützige Siedlungs- und Wohnungsbaugesellschaft) in der Nähe vom Checkpoint Charlie wurde im Sinne der nachhaltigen Stadtentwicklung 1999 fertig gestellt. Das Gebäude setzt sich aus vier Gebäudeteilen zusammen: Einem Hochhaus aus den fünfziger Jahren, der neu gebauten 22-geschossigen Hochhausscheibe, der runden Pillbox sowie einem verbindenden Flachbau. Es wurde nach einem Niedrigenergiekonzept gebaut, unter anderem wurden eine natürliche Lüftungsanlage, eine thermische Pufferzone, optimale Tageslichtnutzung sowie eine Querlüftung eingesetzt. Mit dem GSW-Haus wurde zum ersten Mal in großem Maßstab versucht, mit passenden Mitteln den Energieverbrauch eines Bürohochhauses deutlich zu senken. Die Mehrzahl der Nutzflächen sind Büroflächen, weshalb eine Besichtigung leider nicht möglich ist. Trotzdem lohnt es sich, das Gebäude von außen zu betrachten.
Kochstrasse 22, 10969 Berlin-Kreuzberg, U6 Kochstrasse
www.gsw.de

GSW Hauptverwaltung Kochstraße © Volwi

Regierungsviertel

Für die Parlamentsbauten wurde eine dezentrale Energieversorgung mit dem Einsatz regenerativer Energieträger bei gleichzeitiger Reduzierung des Energiebedarfs angestrebt. Für Strom und Wärme im Reichstag und Paul-Löbe-Haus sorgt ein Blockheizkraftwerk, dass nach dem Prinzip Kraft-Wärme-Kopplung arbeitet und ausschließlich mit Biodiesel betrieben wird. Die Abgase der Dieselmotoren werden in einem mehrstufigen, aufwändigen Prozess gereinigt. Noch effektiver wird die Energiegewinnung durch die Verbindung mit einem geothermischen Speicher, in den mit Hilfe von Wärmetauschern nach Bedarf im Sommer Wärme und im Winter Kälte eingespeist und wieder abgerufen werden kann. Alle Regierungsgebäude sind energetisch miteinander verbunden und können entsprechend ihrem Bedarf Strom, Wärme und Kälte untereinander austauschen. In das Glasdach des Paul-Löbe-Hauses wurde eine 3.230 m² große semitransparente Photovoltaikanlage integriert, die Strom liefert und zugleich für Schatten sorgt. Auch auf den Dächern des Reichstages und des Jakob-Kaiser-Hauses gibt es kleinere Photovoltaikanlagen. Beim Umbau des Reichstags wurde ein großer Teil Energieeinsparung schon durch den Einbau neuer Fensterkonstruktionen erreicht. Die große Kuppel sorgt für Beleuchtung und Belüftung mithilfe der Kräfte der Natur.
Platz der Republik 1, 11011 Berlin-Mitte, S1, S2, U55 Brandenburger Tor, E-Mail mail@bundestag.de
www.bundestag.de

Paul Löbe Haus und Reichstag

Lebens(t)raum Johannisthal

Im Osten Berlins befindet sich die private Wohnsiedlung Lebens(t)raum Johannisthal. Es handelt sich um ein in Berlin einmaliges, auf ökologischen Grundsätzen basierendes Bauprojekt. Es wurden viele alternative Energieanlagen installiert, zum Beispiel eine Photovoltaikanlage, eine Brauchwasseranlage, eine Thermosolaranlage sowie eine zentrale Holzpelletheizung (gepresstes Restholz dient als Energieträger). Die vor allem mit Ökobaumaterialien (Holz, Lehm, Stroh, Hanf) errichtete Siedlung ist autofrei und bietet ein funktionierendes Zusammenleben von Alt und Jung.
Das Gelände ist von außen einsehbar, der innere Bereich ist größtenteils Privatweg. Bei Interesse sind eventuelle Führungen nach Absprache möglich.
Am Rundling 1-20, 12487 Berlin-Treptow, Tram 63 Haeckelstraße, Bus M11 Sterndamm/Sportplatz, Bus 265 Segelfliegerdamm/Waldstraße, Ansprechpartner und Telefonnummern für Fragen nach Energie, Technik, Architektur und Führungen auf der Internetseite
www.rundlinge.de

die Rundlinge

Physik-Gebäude der Humboldt Universität zu Berlin in Adlershof

Das viergeschossige, blockförmige Bauwerk verfügt über eine dezentrale Regenwasserbewirtschaftung, begrünte Innenhöfe, ein teilweise begrüntes Dach und eine Fassadenbegrünung. Die in Kübeln wachsenden Kletterpflanzen sorgen im Sommer für Kühlung und für ein angenehmes Raumklima, im Winter kann die Sonne ungehindert durch die Glasfassade. Das computergesteuerte Gesamtkonzept aus Regenwassernutzung und Begrünung macht eine Klimaanlage nahezu überflüssig.
Lise-Meitner-Haus, Newtonstr. 15, 12489 Berlin-Adlershof, S45, S46, S8, S9 Adlershof, Tram 60, 61 Karl-Ziegler-Str., Tel. 030/2093-7600
www.physik.hu-berlin.de

Kinder- und Jugendfreizeitstätte FiPP-Nische in Berlin-Weißensee

Die neu erbaute Kindertagesstätte FiPP-Nische im Komponistenviertel hat zwei Besonderheiten: Sie wurde nach ökologischen Gesichtspunkten gebaut, und Kinder und Jugendliche haben sich im Vorfeld an der Planung des Gebäudes beteiligt. Auf diese Weise verbindet das Projekt an der Mahlerstraße ökologische und pädagogische Ziele. Beim Bau des Gebäudes wurde erstmals in Berlin die Hybridbauweise angewandt, ein Montagebausystem, das aus Massivholz und Lehm, den ältesten Naturbaustoffen der Menschheit, besteht. Das Haus verfügt außerdem über eine Photovoltaik-Anlage und eine Grauwasseranlage. Besuche sind nach telefonischer Voranmeldung im Rahmen der Öffnungszeiten der Kinderfreizeitstätte möglich.
Mahlerstr. 4-6, 13088 Berlin-Weißensee, Tram M13 Antonplatz, Tel. 030/92 37 98 15,
www.fippev.de

Fipp-Nische